Eine astabile Kipp-Schaltung, auch "Multivibrator" genannt, hat keinen stabilen Zustand und kippt zwischen zwei Zuständen ständig hin und her. Wird der Hauptschalter S0 geschlossen, bekommen beide Transistoren einen Ansteuerstrom über R2 und R3, aber auch über R1, D1, C1 und R4, D2 und C2. Welcher der beiden Transistoren als erster durchschaltet, hängt von den Bauteilen ab! Hat z.B. der Transistor T1 durchgeschaltet (T2 sperrt), kann sich C1 über R2 aufladen bis T2 durchsteuert und C2 den Transistor T1 sperrt! Jetzt kann sich C2 über R3 aufladen und C1 umladen, bis wieder T1 durchschaltet! Die Frequenz, der beiden Schaltungszuständen hängt von der Kapazität der beiden Kondensatoren C1 und C2, sowie von den Widerstandswerten R2 und R3 ab. Bei großen Kapazitäten bzw. großen Ladewiderständen erfolgt der Blinker-Wechsel nur langsam.
Die astabile Kippschaltung liefert eine Rechteckspannung und eignet sich auch als Taktgeber oder Tongenerator.
Bauteile:
R1, R4 = 1 k R2, R3 = 10 k C1, C2 = 47 uF D1, D2 = LED 1,8 V/ 10 mA T1, T2 = NPN-Transistoren
Frequenz:
f = 1 / T f = 1 / 2 x R x C x ln(2) f = 1 / 1,386 x R2 x C1 oder f = 1 / 1,386 x R3 x C2
Wie hoch ist die Frequenz des astabilen Multivibrators?
f = 1 / 1,386 x R1 x C1
f = 1 / 1,386 x R2 x C1 = 1/ 1,386 x 10000Ω x 47 x 10-6 F = 1,54 Hz
Welches Tastverhältnis hat die Frequenz des astabilen Multivibrators?
Bei gleichen Werten von R2+R3, C1+C2 ergibt sich ein Tastverhältnis von 1 zu 1 (1:1, 50%), dass heist, der Impuls ti ist genau so groß wie die Pause tp.
Haben C1 + C2 unterschiedliche Werte, verändert sich auch das Tastverhältnis. Das gleiche gilt auch für die Widerstände R2 + R3, die sollten aber nicht im großen Maße verändert werden, da sie der Ansteuerung der Transistoren dienen!
Die monostabile Kippschaltung, auch "Mono-Flop" genannt, hat nur einen stabilen Zustand. Durch Betätigung der Taste S1 wird sie in einen anderen Zustand versetzt, wobei sie nach einer festgelegten Zeit wieder in den stabilen Grundzustand zurückkehrt. Wird der Hauptschalter S0 geschlossen, lädt sich C1 auf und Transistor T2 steuert durch, LED D2 leuchtet (Grundzustand). Wird jetzt Taste S1 kurzzeitig gedrückt, steuert T1 durch, T2 sperrt durch C1. Der durchgeschaltete Zustand von T1 wird über R5 gehalten. Ist C1 soweit aufgeladen, das T2 wieder durchsteuert, ist der Grundzustand wieder erreicht! Wie lange die Schaltung im instabilen Zustand bleibt, hängt von der Kapazität des Kondensators C1, sowie vom Widerstandswert R2 ab. Je größer die Kapazität bzw. je größer der Ladewiderstand ist, desto länger leuchtet D1.
Ein bekanntes Beispiel für eine monostabile Kippschaltung ist das "Treppenlicht", das nach Betätigung eines Lichtschalters aufleuchtet und nach einer Zeit von selbst wieder abschaltet. Darüber hinaus werden monostabile Kippschaltungen auch zum Entprellen von mechanischen Schaltern benutzt!
Bauteile:
R1, R4 = 1k R2, R3 = 10 k C1, C2 = 220 uF D1, D2 = LED 1,8 V/ 10 mA T1, T2 = NPN-Transistoren
Zeit:
t = R x C x ln(2) t = 0,693 x R2 x C1
Wie groß ist die Leuchtdauer t von D1 bei den angegebenen Daten?
t = 0,693 x R2 x C1
t = 0,693 x R2 x C1 = 0,693 x 10000Ω x 220 x 10-6 F = 1,5246 s